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am 12. August 2021

Grüne Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sind rasch umsetzbar und bremsen Raser aus

Die Grünen Linz - Quietschende Reifen, heulende Motoren: Regelmäßig verwechseln meist junge Männer die Straßen im Neustadtviertel und in anderen Teilen der Innenstadt mit einer Rennstrecke. Obwohl das Problem seit Jahren bekannt ist, sind bis heute so gut wie keine Maßnahmen umgesetzt, um die Raser einzubremsen.

Es ist völlig klar, was zu tun ist, um in der viel befahrenen Innenstadt mehr Platz zum Leben zu schaffen. Es braucht dringend Maßnahmen zur Verengung des Straßenraumes, etwa durch Begrünungen, Verkehrsinseln oder Gehsteigverbreiterungen, zusätzliche Tempo-30-Zonen sowie autofreie Superblocks“, nennt Stadtplanungsexperte Markus Rabengruber, der für die Grünen bei der Gemeinderatswahl kandidiert, konkrete Maßnahmen, die wir auch bereits im Gemeinderat zum Thema gemacht haben. Damit sich die Situation endlich verbessert, werden wir unsere gesammelten Vorschläge nun noch einmal an den Verkehrsreferenten schicken. Zusätzlich haben wir ein Rendering von der Schuberststraße erstellt, um zu zeigen, wie einfach Straßenzüge aufgewertet werden können. 

Viele Bäume, die Schatten spenden und eine gemütliche Atmosphäre zum Verweilen bieten, sowie genügend Platz für den Radverkehr und Fußgänger*innen: Wie Straßen in denen die Linzer*innen im Mittelpunkt stehen, aussehen können, haben wir am Beispiel der an der dringend ausbaubedürftigen Hauptradachse Nord-Süd liegenden Schuberststraße im Neustadtviertel mit Hilfe eines Renderings dargestellt. „Wir wollen, dass sich die Menschen in der Linzer Innenstadt wohlfühlen. Dafür braucht es aber deutlich weniger Durchzugsverkehr, einen ganzjährig autofreien Hauptplatz und mehr Grün, das zum Verweilen einlädt. Mit unserem Sujet wollen wir deutlich machen, wie unsere Stadt noch attraktiver und lebenswerter sein kann, wenn der öffentliche Raum nicht mehr aus der Windschutzscheibenperspektive der Autos sondern aus der Perspektive der Lebensqualität für die Menschen gedacht wird“, erläutert Rabengruber. 

Tatsächlich sieht die Situation in vielen Straßen – darunter auch in der Schubertstraße – anders aus. Dort hat der für Stadtgrün und Straßenbetreuung zuständige Vizebürgermeister eigenmächtig entschieden, die Pflanzung neuer Bäume in der Schuberstraße zurückzustellen. „Wenn Bäume nicht gepflanzt werden, weil dadurch vielleicht nicht alle Parkplätz erhalten bleiben können, zeigt das einmal mehr, dass die Prioritäten in der Stadt nach wie vor in erster Linie auf den Autoverkehr ausgerichtet sind“, gibt Rabengruber zu bedenken.

So könnte die Schubertstraße als Straße für die Linzer*innen aussehen....
... und so sieht sie derzeit aus.

Neustadtviertel: Blechlawine untertags, Raser in der Nacht    

Das trifft besonders auf das Neustadtviertel zu, wo nicht nur untertags eine Blechlawine durch die Straßen rollt, sondern auch in den Abend- und Nachtstunden Raser bei illegalen Rennen die Anrainer*innen um ihren Schlaf bringen und auch um ihre Sicherheit bangen lassen. Um die Situation zu verbessern, wofür sich auch eine Bürger*innen-Initiative seit Jahren engagiert, haben wir im Juli 2020 im Gemeinderat Sofortmaßnahmen zur Verkehrsberuhigung beantragt. SPÖ, FPÖ und ÖVP haben dem Vorschlag damals nicht zugestimmt und eine Mehrheit verhindert. Dank einer neuerlichen Initiative der Grünen hat sich der Gemeinderat im Mai des heurigen Jahres für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ausgesprochen. Seither ist aber nicht viel mehr geschehen, als die Bitte vom Verkehrsreferenten, ihm konkrete Vorschläge zu schicken.

Straßenraum muss anders aufgeteilt werden

Die einfachste und kostengünstigste Maßnahme ist es, den Straßenraum anders aufzuteilen. Konkret ist es notwendig, Fahrbahnen zum Beispiel durch Begrünungen, Gehsteigverbreiterungen oder mit Hilfe zusätzlicher Verkehrsinseln zu verschmälern. Es ist erwiesen, dass Autolenker*innen automatisch langsamer fahren, wenn die Fahrbahn schmäler wirkt“, erinnert Rabengruber. Gleichzeitig soll Linz dem Beispiel anderer Städte wie Barcelona folgen und den Durchzugsverkehr in Wohnsiedlungen mittels Superblocks einbremsen. 

Ziel dieses Konzeptes ist es, dass der Weg für Autolenker*innen (ausgenommen Anrainer*innen, Einsatzfahrzeuge etc.) nicht mehr direkt durch eine Wohnsiedlung, sondern außen herum führt und die Bewohner*innen so massiv entlastet werden. Auch diese Idee haben wir im Dezember 2019 in Form eines Gemeinderatsantrages bereits eingebracht. Auch hier haben SPÖ, FPÖ und ÖVP nicht zugestimmt.

Um mehr Platz für den Radverkehr, Bäume und zum gemütlichen Verweilen zu gewinnen, ist es aber auch notwendig, Parkplätze zu reduzieren. „Was wir brauchen sind mutige Ideen und keine Fortsetzung von altem Denken“, fordert Rabengruber. Diese dürfen auch vor dem ruhenden Verkehr nicht Halt machen. Daher setzen wir uns dafür ein, dass Linz das Kopenhagener Modell umsetzt. Unter diesem Begriff werden in der dänischen Hauptstadt pro Jahr drei Prozent der Oberflächenstellplätze reduziert. Der Grüne Gemeinderatsantrag dafür ist erneut wegen mangelnder Zustimmung von Rot-Blau-Schwarz ohne Zustimmung geblieben. 

Neustart in der Verkehrspolitik dringend erforderlich 

„Es ist höchste Zeit für einen Neustart in der Verkehrspolitik. Das Linzer Mobilitätskonzept muss dringend ins 21. Jahrhundert geholt werden. Öffis, Radverkehr und Fußgänger*innen müssen endlich Vorrang bekommen, um den Durchzugsverkehr einzubremsen und die Aufenthaltsqualität für die Menschen zu erhöhen, damit unsere Stadt ein Wohnzimmer für alle wird und der nächste Wochenendausflug vor der Haustür beginnen kann“, so Rabengruber.     


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